Sonntag, 12. August 2007

Ausflug in die Vergangenheit

Gestern haben wir den Besuch auf dem Friedhof zum Anlass genommen, nochmal an den Ort von Jochens Kindheit zurückzukehren. Leider hat es ausgerechnet in diesem Moment wie aus Gießkannen geregnet. Da wir aber zufällig 2 große Schirme im Auto hatten, sind wir weiter den Spuren gefolgt. Für die Füße war es beinahe eine Kneippkur - Wassertreten im Grünen.

Jochens Geburtshaus ist inzwischen leider dem Verfall preisgegeben. Es müsste schon einen großen Liebhaber finden, der auf die Vorzüge eines Stromanschlusses verzichten kann, das Wasser aus dem eigenen Brunnen fördert und obendrein die finanziellen Forderungen einer Erbengemeinschaft (aus weiter Ferne) befriedigt. Und natürlich benötigt das Haus jemanden, der es nach allen Regeln der (Bau)Kunst aus seinem Dornröschenschlaf weckt.






Das ist die Zufahrt zum Haus - wie gesagt mitten im Wald gelegen.




Dies ist der Blick vom Weg aus - man erkennt noch die Sprossenfenster der sogenannten "Fensterstube" und in der Mitte die große Kiefer, die zufällig genau zur Zeit von Jochens Geburt im damaligen Steingarten seiner Mutter Fuß gefasst hat.


Hier ist noch besser zu erkennen, wie sie sich inzwischen mit ihrer stattlichen Größe fast an das Haus schmiegt.









Die Gartenpforte hat offensichtlich lange niemanden mehr eintreten sehen - Schade!




Wie von vorn so auch von hinten hüllen Büsche und Bäume das Häuschen mehr und mehr ein, so dass es zu einem "versunkenen Schatz" wird.

Wohin das Auge reicht war das Spielparadies von 3 "kleinen" Naturburschen - da gab es Kletterbäume ohne Ende und keine Straße, die beim Ballspiel gefährlich werden konnte. Hier hatte auch irgendwo sein Vater die Tomatenpflanzen. Diese waren als Schutz vor nächtlichen (tierischen) Besuchern mit einer "Alarmanlage" versehen - ein Blech und einem Stein, die über eine Schnur mit dem Schlafzimmer der Eltern verbunden waren und durch entsprechendes Ziehen ausgelöst wurde. Einmal ist auch der Förster völlig unerwartet in einen solchen nächtlichen "Hör-Genuss" gekommen.

Das war ein Teil der Wegkreuzung vorm Haus, hier gab es statt Verkehrslärm eher Wildwechsel.











Seit gestern ist Berlin in Wolken gehüllt und es fällt nass vom Himmel. Für die Pflanzen nach der heißen, trockenen Woche ganz sicher ideal, aber um sich rauszusetzen nicht unbedingt. Deshalb kam mir die Idee mit dem Ausflug in die Vergangenheit.

Kommentare:

  1. Es ist schade, dass so ein Haus lehrsteht. Ich finde alte Haueser haben einen besonderen Reiz und sind in vielerlei Hinsicht interessanter als Neubauten. Aber leider moechten sicht nicht allzuviele Leute auf grosse Renovierungen dieser Art verpflichten.

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  2. Das ist ja schade - so ein schönes Haus. Gibt es keine Möglichkeit, es zu retten?
    Hier ist momentan mal Regenpause - aber heute nachmittag soll es weitergehen!:( Vorher muss ich ganz dringend den Rasen mähen, falls er mal abtrocknet!
    LG, Monika

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  3. Solche Besuche sind einem wohl ein Bedürfnis in solchen Zeiten. Ich bin auch kurz nach dem Tod meiner Mutter zu meinem Geburtshaus gefahren. Es ist gut in Schuß, aber die Menschen, die jetzt darin leben, haben mir nix gesagt, ich bin enttäuscht heimgefahren. Der Zustand Eurer besuchten Stätte hat wohl ganz gut zu Euren Gedanken gepaßt?!
    LG und eine gute Woche wünscht Euch Wurzerl

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  4. Vielen Dank für den Besuch auf meiner Seite und den lieben Kommentar.Es ist wirklich schade ,dass man dieses Haus
    so verfallen lässt.Es ist ein Traum.
    LG,Regina

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  5. Ja marlene, so ist es oft auch bei uns in Schweden. Viele Häuser verfallen.
    Es ist wirklich schade drum.

    LG *R*

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  6. Das Haus sieht ja eigentlich in seiner Umgebung sehr idyllisch aus. Aber Du hast schon Recht. So ohne Strom und Wasser will keiner wohnen. Verständlich.
    Viele Grüße
    Margrit

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  7. Was für ein schönes und verwunschenes Haus, sehr schade dass es dem Verfall preisgegeben ist.

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  8. Wahnsinn, ein verwunschenes Schlösschen mit einem traumhaft romantisch-verzaubert anmutenden Garten. Der Traum meiner Kindheit. Äußerst schade, dass es so einsam vor sich hin verfallen muss.
    Liebe Grüße, Margit

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