Sonntag, 12. August 2012

Einfach Sommer

In den letzten Wochen hatte ich beruflich wieder einiges zu tun, aber es gab gleichzeitig viele Gelegenheiten, das herrliche Sommerwetter zu genießen. Wir sind dazu übergegangen, die noch relativ langen, hellen Abende für Spaziergänge in der näheren Umgebung zu nutzen. Wir müssen gar nicht weit gehen und finden uns doch schon auf Apfelbaum-gesäumten Feldwegen wieder. Die erste Ernte haben wir bereits eingebracht und daraus ist leckeres Apfelmus bzw. Apfelkonfitüre geworden. Es wird aber auf jeden Fall weitergehen, denn es scheint ein Apfeljahr zu sein - die Zweige biegen sich unter ihrer fruchtigen Last. Davon gibts allerdings keine Bilder, nur die 2 Impressionen vom Wegesrand...


An einem Sonntagnachmittag haben wir ganz spontan das Dörfchen besucht, in dem ich aufgewachsen bin. Leider fiel der geplante Spaziergang regelrecht ins Wasser, da wir völlig unbeschirmt losgezogen sind. Aber bis zur Kastanien-Allee (meinem damaligen Schulweg) sind wir gekommen. Damals war es ein von Traktoren vielbefahrener Wirtschaftsweg, den sich die Natur inzwischen offensichtlich zurück erobert hat. Denn meine damalige Grundschule gibt es nicht mehr - sie bestand aus 3 ziemlich baufälligen Baracken - schon in den 70ern recht abenteuerlich.


 
Das Haus, in dem wir damals wohnten, hat sich ziemlich verändert - wenn mich nicht alles täuscht, gehört es heute Architekten, die manches nach ihren Vorstellungen modernisiert haben. Aber den Zaun von damals gibt es offensichtlich noch - in dem Sommer als wir dort einzogen, hab ich ihn rot-gelb gestrichen und dabei meine Freundin Bille kennengelernt, die mit ihrer Mutter auf der anderen Seite des Hauses wohnte. In diesem August 1977 hat mein Vater auch die Kiefer in unserem Vorgarten gepflanzt, die das Haus inzwischen überragt. Ich hab mich sehr gefreut, dass sie den Bauarbeiten nicht weichen musste.


Am allerschönsten sind aber die Ausflüge in die geliebte Uckermark - neulich haben wir unseren (seit 14 Jahren) treuen fahrbaren Untersatz zur Reparatur dorthin gebracht. Wir wissen ihn dort in besonders guten Händen und gleichzeitig ist es eben immer eine Reise wert.
In dieser Gegend ist die Zeit in verschiedener Hinsicht irgendwann stehengeblieben, dass gilt zum Glück vor allem für die wunderschöne, nahezu unberührte Natur, aber eben auch in Hinsicht auf die Erschließung des öffentlichen Nahverkehrs. So gilt es, ein gutes Stück des Weges immer zu Fuß zurückzulegen. Das stellt jedoch keineswegs eine Zumutung, sondern ein Vergnügen dar. Aber seht doch selbst...

zunächst führt uns der Weg am malerischen "Malerwinkel" am Oberpfuhlsee in Lychen vorbei, an und auf dem sich nicht nur die Enten und Schwäne wohlfühlen








... ein Stück weiter auf der anderen Seite der Hauptstraße kann man den Nesselpfuhl erkennen. Lychen ist quasi umgeben von 6 Seen - eigentlich ist es fast eine Insel. Bei Interesse schaut doch einfach mal hier


 Hier verlassen wir die seenreiche Stadt und sind ganz schnell in "einer anderen Welt" - dieses Kälbchen stellte sich fürs Bild wie ein Profi-Model







 Diese stattliche Pappel ist uralt. Man kann fragen, wen man will, selbst die ältesten Dorfbewohner kennen sie nur so riesengroß - wahrscheinlich ist sie mindestens so alt wie dieses buckelige Straßenpflaster, welches noch jeden Asphaltüberzug überlebt hat.


Und mit dieser kleinen Schönheit vom Wegesrand möchte ich mich für heute von Euch verabschieden




Seid herzlichst gegrüßt von Marlene